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Mikrofaser: Was steckt hinter dem Material?

Ob Brillentuch, Putzlappen oder Sporthandtuch: Mikrofaser steckt in vielen Dingen des Alltags. Hier erfährst du, was das Material ausmacht, warum es Fett und Staub so gut aufnimmt, welche Arten es gibt – und wie du ehrlich mit dem Thema Mikroplastik umgehst.

Aktualisiert am · Lesezeit ca. 5 Min.

Kurz gesagt: Mikrofaser ist ein synthetisches Gewebe aus Polyester und Polyamid mit Fasern feiner als ein menschliches Haar. Die feinen Fasern nehmen Fett und Staub auf, statt sie zu verschmieren – deshalb reinigt Mikrofaser Brille, Display und Glas besser als Baumwolle.

Was ist Mikrofaser?

Mikrofaser ist kein eigenes Material, sondern eine Bezeichnung für besonders feine Kunstfasern. Als Mikrofaser gilt eine Faser, die feiner als 1 dtex ist. Die Einheit dtex (Dezitex) beschreibt das Gewicht eines Fadens pro Länge: 1 dtex bedeutet, dass 10 Kilometer dieser Faser gerade einmal 1 Gramm wiegen. Zum Vergleich: Eine Mikrofaser ist deutlich dünner als ein menschliches Haar und auch feiner als Seide.

Diese extreme Feinheit ist der Grund, warum Mikrofasertücher anders reinigen als ein Baumwolllappen. Auf derselben Fläche liegen ungleich mehr Fasern – und damit viel mehr Kanten und Zwischenräume, in denen sich Schmutz verfangen kann.

Material: Polyester und Polyamid

Fast alle Mikrofasertücher bestehen aus einer Mischung von zwei Kunststoffen:

Typische Mischungen liegen bei etwa 80/20 oder 70/30 (Polyester/Polyamid). Bei hochwertigen Tüchern werden die Fasern bei der Herstellung zusätzlich „gesplittet": Jede Faser wird in viele keilförmige Einzelfasern aufgespalten. Dadurch entstehen noch mehr feine Kanten, die Schmutz regelrecht abschaben und festhalten.

Wie Mikrofaser Schmutz und Fett aufnimmt

Ein Mikrofasertuch arbeitet vor allem mechanisch. Drei Effekte spielen zusammen:

Das Ergebnis: Auf Glas, Displays und glatten Oberflächen reicht oft schon ein trockenes oder leicht angefeuchtetes Tuch, um Fingerabdrücke zu entfernen – ganz ohne Reinigungsmittel. Genau deshalb sind Mikrofasertücher der Standard, wenn du deine Brille putzen willst.

Arten von Mikrofasertüchern

Mikrofaser ist nicht gleich Mikrofaser. Je nach Webart und Dichte eignet sich ein Tuch für ganz unterschiedliche Aufgaben:

ArtAufbauTypischer Einsatz
Brillentuch / Optiktuchdicht und flach gewebt, sehr glatt, fusselfreiBrillengläser, Kameralinsen, Smartphone- und Laptop-Displays
Frottee- oder FlorgewebeSchlaufen, dicker und flauschigerHaushalt, Küche, Bad, Staubwischen
Waffelstrukturwabenartige VertiefungenFenster, Spiegel, Abtrocknen
Langflor / Plüschsehr hohe Grammatur, weiche lange FasernAutolack trocknen und polieren

Für empfindliche Gläser ist ein dicht gewebtes, glattes Tuch die richtige Wahl. Flauschige Haushaltstücher können Fusseln hinterlassen und nehmen im Gewebe leichter groben Schmutz auf, der später über das Glas gezogen wird. Welche Brillenputztücher in der Praxis überzeugen, siehst du in unserem Brillenputztücher-Vergleich.

Mikrofaser und Mikroplastik – ehrlich betrachtet

Mikrofaser besteht aus Kunststoff. Beim Waschen lösen sich winzige Faserstücke, die mit dem Abwasser in Kläranlagen gelangen. Ein großer Teil wird dort zurückgehalten, aber nicht alles. Synthetische Textilien gelten insgesamt als eine Quelle für Mikroplastik in Gewässern. Das betrifft Fleecejacken und Sportkleidung genauso wie Putztücher.

Gleichzeitig hat Mikrofaser auch Vorteile für die Umwelt: Ein gutes Tuch hält oft jahrelang, ersetzt Hunderte Einweg-Feuchttücher und reinigt häufig ganz ohne Chemie. Wer bewusst damit umgeht, kann den Faserabrieb deutlich reduzieren:

Wie du Tücher schonend und richtig pflegst, liest du ausführlich im Ratgeber Mikrofasertuch waschen.

Mikrofaser oder Baumwolle?

Baumwolle ist eine Naturfaser, die Wasser gut aufsaugt und sich angenehm anfühlt. Für das Reinigen glatter Flächen hat sie aber Nachteile: Die Fasern sind vergleichsweise dick, nehmen Fett schlecht auf und geben beim Wischen kleine Fusseln ab. Auf Glas entstehen dadurch schnell Schlieren. Mikrofaser dagegen trocknet schneller, fusselt bei guter Qualität kaum und kommt oft ohne Reinigungsmittel aus. Dafür ist sie hitzeempfindlicher und verträgt keinen Weichspüler. Für Handtücher und Kleidung hat Baumwolle ihre Berechtigung – für Brillen, Displays und Fenster ist Mikrofaser in der Regel die bessere Wahl.

Einsatzbereiche von Mikrofaser

Mikrofaser ist heute in vielen Bereichen zu finden:

In Deutschland tragen rund zwei Drittel der Erwachsenen eine Sehhilfe. Für sie ist das kleine Brillentuch wohl die häufigste Begegnung mit Mikrofaser – und ein gutes Beispiel dafür, wie viel ein unscheinbares Stück Stoff im Alltag ausmacht.

Woran erkennst du gute Mikrofaser?

Ein paar einfache Merkmale helfen bei der Auswahl:

Wenn du ein Tuch suchst, das genau für Gläser und Displays gemacht ist, schau dir die Kandidaten im Vergleich an – dort ist auch unser BIOBAUM-Brillenputztuch aufgeführt, das wir als Betreiber dieser Seite selbst herstellen.

Häufige Fragen: Mikrofaser

Was ist Mikrofaser für ein Material?

Mikrofaser ist eine sehr feine Kunstfaser, meist eine Mischung aus Polyester und Polyamid. Als Mikrofaser gilt eine Faser, die feiner als 1 dtex ist – 10 Kilometer davon wiegen weniger als 1 Gramm.

Ist Mikrofaser schädlich für die Umwelt?

Beim Waschen lösen sich winzige Kunststofffasern, die als Mikroplastik ins Abwasser gelangen können. Seltener waschen, Waschbeutel nutzen, auf den Trockner verzichten und Tücher lange verwenden reduziert den Abrieb deutlich.

Warum reinigt Mikrofaser besser als Baumwolle?

Die vielen extrem feinen, oft gesplitteten Fasern haben eine viel größere Oberfläche. Sie nehmen Fett und Staub über Kapillarwirkung auf, statt ihn nur zu verschieben.

Kann man Mikrofaser für die Brille nehmen?

Ja, ein dicht gewebtes, glattes Mikrofasertuch ist ideal für Brillengläser. Flauschige Haushaltstücher sind dafür weniger geeignet, weil sie fusseln und Schmutzpartikel im Gewebe halten können.

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