Mikrofasertuch waschen: So bleibt es lange wirksam
Ein Mikrofasertuch reinigt nur so gut, wie es selbst sauber ist. Falsch gewaschen verkleben die feinen Fasern jedoch schnell – dann schmiert das Tuch, statt zu reinigen. Hier erfährst du, wie du ein Mikrofasertuch richtig wäschst, per Hand oder in der Waschmaschine.
Warum Mikrofasertücher besondere Pflege brauchen
Mikrofasertücher reinigen durch ihre extrem feinen Fasern: Zwischen ihnen entstehen winzige Hohlräume, die Fett und Staub aufnehmen. Wie das im Detail funktioniert, liest du im Ratgeber Mikrofaser. Genau diese Hohlräume sind aber auch empfindlich. Weichspüler, zu viel Hitze oder Fusseln aus anderer Wäsche setzen sie zu. Das Tuch wirkt dann glatt und „stumpf", nimmt kaum noch Schmutz auf und hinterlässt Schlieren.
Die gute Nachricht: Mit ein paar einfachen Regeln bleibt ein Mikrofasertuch über viele Wäschen hinweg leistungsfähig.
Mikrofasertuch reinigen: Handwäsche
Für kleine Tücher wie ein Brillentuch ist die Handwäsche oft die schnellste und schonendste Methode:
- Lauwarmes Wasser ins Waschbecken lassen.
- Ein paar Tropfen mildes Spülmittel oder etwas Flüssigwaschmittel ohne Weichspüleranteil dazugeben.
- Das Tuch einige Minuten einweichen und dann zwischen den Fingern gründlich durchkneten.
- Mit klarem Wasser so lange ausspülen, bis kein Schaum mehr kommt.
- Vorsichtig ausdrücken (nicht stark auswringen) und flach oder auf der Leine an der Luft trocknen lassen.
Gerade ein Brillentuch kannst du so alle paar Tage zwischendurch auswaschen – ganz ohne Waschmaschine.
Mikrofasertuch in der Waschmaschine
Größere Tücher oder mehrere Tücher auf einmal wäschst du am einfachsten in der Waschmaschine. Achte dabei auf folgende Punkte:
| Punkt | Empfehlung |
|---|---|
| Temperatur | 30–60 °C; 40 °C reicht für die meisten Tücher. Stark verschmutzte Haushaltstücher vertragen in der Regel 60 °C – Etikett beachten. |
| Waschmittel | Flüssig- oder Colorwaschmittel, sparsam dosiert. Pulver kann Rückstände in den Fasern hinterlassen. |
| Weichspüler | Nie. Er legt sich wie ein Film um die Fasern und verklebt sie. |
| Mitwaschen | Nur mit anderen Mikrofaser- oder Synthetiktextilien, nicht mit Baumwolle, Handtüchern oder fusselnder Wäsche. |
| Schleudern | Normale bis mittlere Drehzahl ist unproblematisch. |
| Trocknen | An der Luft. Kein Trockner, keine Heizung, nicht heiß bügeln. |
Warum kein Weichspüler?
Weichspüler macht Baumwolle weich, indem er die Fasern mit einer dünnen Schicht überzieht. Bei Mikrofaser verstopft genau diese Schicht die feinen Zwischenräume. Das Tuch nimmt dann kaum noch Wasser und Fett auf – und auf Brillengläsern entstehen Schlieren, weil Rückstände des Weichspülers auf das Glas übergehen.
Warum nicht mit Baumwolle waschen?
Mikrofaser zieht Fusseln magisch an. Wäschst du sie zusammen mit Handtüchern oder Baumwollshirts, setzen sich deren Fasern im Gewebe fest. Diese Fusseln landen später auf deiner Brille oder dem Bildschirm. Am besten wäschst du Mikrofasertücher separat oder zusammen mit Sportkleidung aus Synthetik.
Warum kein Trockner und kein heißes Bügeln?
Polyester und Polyamid sind Kunststoffe. Hohe Hitze lässt die feinen Faserenden anschmelzen oder verhärten. Das Tuch wird kratzig und verliert seine Reinigungswirkung. Mikrofaser trocknet an der Luft ohnehin sehr schnell, meist in wenigen Stunden.
Stark verschmutzte oder fettige Tücher
Haushalts- oder Autotücher, die mit Öl, Wachs oder Fett vollgesogen sind, bekommst du in der Maschine allein manchmal nicht ganz sauber. Hier hilft Einweichen: Lege die Tücher für ein bis zwei Stunden in warmes Wasser mit etwas Spülmittel oder Flüssigwaschmittel und wasche sie danach wie gewohnt. Bei hartnäckigen Gerüchen kann ein Schuss Essig im Einweichwasser helfen – anschließend gründlich ausspülen. Riecht ein Tuch auch danach noch muffig, war es meist zu lange feucht gelagert. Lass Mikrofasertücher nach dem Gebrauch daher immer offen trocknen und lege sie nicht nass zusammengeknüllt in einen Eimer.
Waschbeutel: gut für Tuch und Umwelt
Beim Waschen synthetischer Textilien lösen sich winzige Faserstücke, die als Mikroplastik ins Abwasser gelangen können. Ein spezieller Waschbeutel für Synthetik hält einen Teil davon zurück und schützt zugleich das Tuch vor Reibung und Fusseln aus anderer Wäsche. Die gesammelten Fasern entfernst du nach dem Waschen aus dem Beutel und entsorgst sie im Restmüll, nicht im Abfluss.
Ebenso wichtig: Wasche nicht öfter als nötig. Ein Brillentuch, das nur auf sauberen Gläsern benutzt wird, muss nicht nach jedem Gebrauch in die Maschine.
Brillentuch waschen: Was ist anders?
Brillenputztücher sind dichter und feiner gewebt als Haushaltstücher. Sie sollen auf Glas und Beschichtungen keinerlei Rückstände hinterlassen. Deshalb gilt für sie besonders:
- Regelmäßig waschen, etwa einmal pro Woche oder sobald das Tuch beim Putzen schmiert.
- Bevorzugt per Hand mit mildem Spülmittel und sehr gründlich ausspülen.
- Auf keinen Fall Weichspüler, und am besten auch kein Waschmittel mit Duft- oder Pflegezusätzen.
- Nicht mit Tüchern waschen, die du für Auto, Küche oder Bad nutzt. Dort können sich harte Partikel festsetzen, die später Brillengläser zerkratzen.
Ein sauberes Tuch ist die halbe Miete, wenn du deine Brille richtig putzen möchtest.
Wann sollte man ein Mikrofasertuch ersetzen?
Auch ein gut gepflegtes Tuch nutzt sich irgendwann ab. Zeit für ein neues ist es, wenn:
- das Tuch auch frisch gewaschen schmiert oder Schlieren hinterlässt,
- es sich hart, glatt oder kratzig anfühlt,
- die Ränder ausfransen oder sich Löcher bilden,
- sich Flecken oder Gerüche nicht mehr auswaschen lassen.
Ein hochwertiges Brillentuch hält bei richtiger Pflege oft viele Monate bis Jahre. Wenn du Ersatz suchst, findest du im Brillenputztücher-Vergleich eine Übersicht. Wir selbst stellen als Betreiber dieser Seite das BIOBAUM-Brillenputztuch her, das ohne Weichspüler in der Maschine gewaschen werden kann.
Kurz zusammengefasst
- Handwäsche mit Spülmittel oder Maschine bei 30–60 °C.
- Kein Weichspüler, kein Trockner, kein heißes Bügeln.
- Nicht mit Baumwolle oder fusselnder Wäsche waschen.
- Waschbeutel nutzen und nicht öfter als nötig waschen.
- Brillentücher getrennt von Putz- und Autotüchern pflegen.
Häufige Fragen: Mikrofasertuch waschen
Bei wie viel Grad wäscht man Mikrofasertücher?
Bei 30 bis 60 Grad. Für die meisten Tücher reichen 40 Grad, stark verschmutzte Haushaltstücher vertragen meist auch 60 Grad. Beachte das Pflegeetikett.
Darf man Mikrofasertücher mit Weichspüler waschen?
Nein. Weichspüler verklebt die feinen Fasern, dadurch nimmt das Tuch kaum noch Schmutz auf und hinterlässt Schlieren.
Kann man Mikrofasertücher in den Trockner tun?
Besser nicht. Hitze lässt die Kunstfasern verhärten oder anschmelzen. Mikrofaser trocknet an der Luft ohnehin sehr schnell.
Wie oft sollte man ein Brillenputztuch waschen?
Etwa einmal pro Woche oder sobald es beim Putzen schmiert. Zwischendurch genügt es, das Tuch kurz mit lauwarmem Wasser und einem Tropfen Spülmittel auszuwaschen.